| — | Petros Markaris: Live!; Zürich 2004 (Diogenes), S.53. |
| — | Petros Markaris: Live!; Zürich 2004 (Diogenes), S. 42f |
1968 war ich erstmals in Griechenland, seit 1975 regelmäßig. Ich liebte dieses Land und seine Menschen, merkte wohl, daß mit dem EU-Beitritt 1981 ein neuer Geist Einzug hielt, welcher der Mentalität der Griechen nicht wirklich gut bekam.
Die Veränderung ging hier schleichend, dort im Schweinsgalopp vor sich. Am schnellsten in den Küstenorten, wo sich die Touristen tummeln, am langsamsten im Gebirge, wohin ich mich bei meinen Besuchen immer mehr zurückzog.
Vor zwei Jahren bin ich das letzte mal nach Griechenland gefahren. Trotz Vorhaltungen von Freunden über die “Undankbarkeit” der Griechen fuhr ich wieder hin, einfach um dem Land, das ich wie ein zweite Heimat empfand, die Stange zu halten. Schon da hatte sich etwas in der Einstellung gegenüber Deutschen verändert, was mir nicht gefiel.
Letztes Jahr bin ich mal in die Türkei gefahren. Auch nicht schlecht. Aber es ist halt nicht das Griechenland, das mir in langen Jahren ans Herz gewachsen ist. Und wenn ich jetzt überlege, wo ich den kommenden Sommer verbringen will - erstmals als Neu-Rentner, der ein paar Monate von zu Hause wegbleiben kann! -, stelle ich fest:
Früher wäre das keine Frage gewesen. Ich träumte ja geradezu davon, dann endlich nach Herzenslust so viel Zeit wie möglich in diesem geliebten Land zu verbringen. Nur, dieses Land gibt es ja gar nicht mehr.
Urlaub in einem Land, wo deutsche Fahnen verbrannt werden?
Ich werde nicht in ein Land fahren, wo deutsche Fahnen verbrannt werden. Ich habe auch keinerlei Verständnis für Leute, die ultimativ Milliarden von uns einfordern, ohne eine Gegenleistung erbringen zu wollen. Ich bin tief enttäuscht von den Griechen und glaube inzwischen: Die kommen erst zur Vernunft, wenn sie erkennen müssen, dass sie sich nur am eigenen Schopfe werden aus dem Sumpf ziehen können, weil ihnen die letzten Freunde von der Stange gesprungen sind.
Zu denen gehöre ich. “Kein Urlaub in Griechenland mehr” ist leider Gottes heute meine Devise, weil ich mich vom Verhalten dieses Volkes beleidigt fühle. Nach gegenwärtigen Zahlen stehen wir Deutschen mit mindestens 25 Milliarden für griechische Schulden gerade - und müssen uns für die Forderung, die Verwendung dieser milden Gabe an Regeln nachhaltigen Wirtschaftens zu knüpfen als Nazis beschimpfen lassen? Danke schön. Das war’s. Mit euch nicht. Ich bin traurig, das sagen zu müssen, aber irgendwo ist eine Grenze. Und einen Griechenlandurlaub wie einst, werde ich bei Leuten, die uns nur als Melkkuh betrachten, der man einen Arschtritt verpasst, wenn sie nicht ohne jede Gegenleistung die Milliarden ausspuckt, nicht mehr verleben können.
P.S. Die (bisher wohl nicht anerkannten) Forderungen griechischer Kreise nach Wiedergutmachungszahlungen seitens Deutschlands für Schäden aus deutschen Verbrechen während des 2. Weltkriegs belaufen sich offenbar auf 3.4 Milliarden Euro. - Da sollte man vielleicht großzügig sein und den Geldhahn ansonsten zudrehen.
Das sind die besten Freunde und Partner, die uns kräftig in die Tasche greifen, aber empört aufschreien, wenn man ihnen auf die Finger klopft.
Wir sind schon sehr gespannt, wie lange sich die Deutschen das noch von ihren “Solidarität” einfordernden “Freunden” und “Partnern” bieten lassen. Spätestens vor der Bundestagswahl werden der politischen Klasse die Muffen sausen und die Solidaritätsversprechen aus Sicht der “europäischen Freunde und Partner” sehr zu wünschen lassen - für ein paar Monate wenigstens, bis nach der Wahl.
#Wulff #impeachwulff | Moralische Rückzugslinien hat der gescheiterte Bundespräsident nicht mehr und versucht jetzt, sich mit juristischen Fadenscheinigkeiten in dem Amt zu halten, das er nie auszufüllen vermochte (s. Henryk M. Broder in der WELT). “Flasche leer” kann man da nur sagen.
s. WELTonline: Die juristischen Rückzugslinien der Wulff-Anwälte
Wulff nähert sich der Lage, in der Guttenberg war
Am Donnerstag hatte es nach der Erklärung des Bundespräsidenten ausgesehen, als habe die Kreditgewährung an Christian Wulff eine für ihn peinliche Seite, aber keine Züge einer Staatsaffäre. Seither sind Äußerungen Herrn Geerkens’ gegenüber Medien bekannt geworden, die leider Gegenteiliges nahelegen.
Bundespräsident Wulff steht unter Druck
Wulff Attends Kaiser Wilhelm Memorial Church Mass Video abspielen
Seine Angaben scheinen in wichtigen Bereichen denjenigen des Bundespräsidenten zu widersprechen. Die Anwälte, die den Bundespräsidenten und Frau Geerkens als benannte Kreditgeberin vertreten, dementieren diese Angaben bislang nicht. Das hat Gewicht.